Ein echtes Auge der heiligen Lucia erkennen

Zwei verschiedene Deckel kursieren unter demselben Namen. Wer sie unterscheidet, zahlt für einen tropischen Glücksbringer nicht den korsischen Preis.

ZunächstWeder Stein noch Muschel

Das Auge der heiligen Lucia ist ein Operculum: die kleine kalkhaltige „Tür“, mit der eine Meeresschnecke ihr Gehäuse verschließt. Das mediterrane stammt von der Rauen Sternschnecke, Bolma rugosa. Poliert zeigt es eine Spirale, die einem Auge gleicht — daher der Name und der Ruf, vor dem bösen Blick zu schützen, dem ochju.

Kein Tier wird allein für das Operculum entnommen. Manche werden am Strand angespült aufgesammelt, andere stammen von Schnecken, die wegen ihres Fleisches gefischt werden.

Die ProbeMassiv, niemals hohl

Das ist das einfachste und verlässlichste Merkmal. Ein echtes Auge ist ein massives, dichtes Kalkstück, überraschend schwer für seine Größe. Ein Imitat aus Harz klingt hohl, wiegt wenig und zeigt oft eine zu regelmäßige Spirale — gezeichnet statt gewachsen.

Die weiße Seite beweist nichts: Sie entsteht durch das Polieren. Im Naturzustand ist diese Seite eher dunkel.

Bildplatz Nr. 31Ein umgedrehtes Auge der heiligen Lucia, Kante sichtbar — um zu zeigen, dass es massiv und dicht ist, niemals hohl.

Die eigentliche FrageMittelmeer oder Pazifik?

Beide sind natürlich, beide werden rechtmäßig verkauft. Aber sie unterscheiden sich in Herkunft, Seltenheit und Wert. Problematisch wird es, wenn das zweite als das erste ausgegeben wird.

Auge der heiligen Lucia
(Mittelmeer)
Shiva-Auge
(Pazifik)
FormEher länglich, ziemlich flachDick und rund, gewölbt
FarbeSpirale ins Orange und RosaGrau-, Grün-, Braun- oder Weißtöne
GrößeEher kleinOft deutlich größer
VerfügbarkeitSeltenHäufig, in Mengen importiert

Unsere Regel. Wir führen beide und sagen stets, welches welches ist. Viele geben das häufigere Shiva-Auge als mediterranes Auge der heiligen Lucia aus. Wir tun das nicht — eine Frage der Redlichkeit, und zugleich das, was uns unterscheidet.

Bildplatz Nr. 30Die beiden Augen nebeneinander: Mittelmeer und Shiva, gleicher Bildausschnitt, gleiches Licht.

Häufige FragenWas man uns am meisten fragt

Meines ist grau-grün. Ist es eine Fälschung?

Nein. Sehr wahrscheinlich ist es ein Shiva-Auge aus dem Pazifik — ebenfalls ein Naturmaterial, nur anderer Herkunft. Es ist nicht weniger schön, nur häufiger.

Darf man sie an korsischen Stränden sammeln?

Nein. Sand, Kiesel und natürliche Bestandteile der Küste gehören zum öffentlichen Eigentum: Die Entnahme ist nicht gestattet. Das ist wenig bekannt und wird weithin missachtet, aber so lautet die Regel.

Ist es ein Edelstein?

Nein, und der Begriff wäre falsch. Das Auge der heiligen Lucia ist ein organisches Schmuckmaterial wie Perlmutt oder Koralle. Gemmologische Bezeichnungen sind gesetzlich geregelt und gelten hier nicht.

Wie pflegt man es?

Es ist nichts zu tun. Es wird poliert, um zu glänzen, und kann mit der Zeit eine leichte Patina ansetzen — die gehört zu seinem Reiz.

Auf welchem Metall ist es gefasst?

Je nach Modell: Silber, Goldauflage, vergoldetes Messing oder Stahl. Das Etikett gibt es stets an, und bei Edelmetallen bürgt der Stempel.

Die Probe dauert drei Sekunden, in der Hand. Wir zeigen Ihnen beide nebeneinander — der Unterschied springt sofort ins Auge.

Die Augen der heiligen Lucia, in CalviBeide Varianten, ihre Fassungen und die Geschichte dahinter.

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